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09.12.2009
S. 35: HERSTELLERPROFILEiner der deutschen Trüffel-SpezialistenTrüffelpralinen sind das Ein und Alles der Wiebold Confiserie, eines Süßwarenproduzenten aus der Region Hamburg in Deutschland mit 40-jähriger Familiengeschichte. Informieren Sie sich über die jüngste Expansion des Unternehmens als Antwort auf die Nachfrage nach seinen Produkten durch die Verbraucher im Vereinigten Königreich und Europa. Bildunterschrift Seite 35: Die Wiebold Confiserie stellt eine überquellende Vielfalt an Trüffelpralinen her, darunter auch Saisonartikel. Kürzlich kam eine Mehrschicht-Trüffelpraline hinzu mit vier Füllungen. S. 36: HERSTELLERPROFILEiner der deutschen Trüffel-SpezialistenDirekt vor den Toren Hamburgs, in Elmshorn, führt Walter Wiebold das Vermächtnis seines Vaters fort in einer deutschen Stadt, die einst durch Kakao- und Schokoladenmanufakturen zu Wohlstand gekommen war. Heute offeriert die Wiebold Confiserie ihre unverwechselbaren Trüffel-, Pralinen- und Marzipan-Produkte in Deutschland, England und den Ländern der Europäischen Union. Von Standa Kramsky (Der tschechische Schokophile Standa Kramsky gibt einen kurzen Überblick über die Wiebold Confiserie. Kramsky ist auch bekannt als Besitzer einer der weltgrößten Sammlungen von Süßigkeiten-Verpackungen.) Kakao- und Schokoladenhersteller wie Hamester, Reese, Wichmann, Stockmann, Pea, Feodora, Venetia, Berger und Moritz fanden sich einst sehr zahlreich in der norddeutschen Region in und um Hamburg. Als größter Hafen des Landes bestens geeignet für die Anlandung von Kakaobohnen aus Westafrika, Asien und Südamerika, wurde Hamburg ein idealer Standort für Kakaoverarbeitung und in der Folge auch für die Schokoladenproduktion. Heute ist kein größerer Schokoladenhersteller mehr in Hamburg zu finden, alle sind entweder aus dem Geschäft ausgestiegen oder weggezogen. Auch die Wiebold Confiserie, gegründet 1968 von Rolf Wiebold, dem Meister der Trüffel-pralinen, hat den berühmten Hafen verlassen. Aber auf dem 12.000 m² großen Gelände eben außerhalb der Stadtgrenzen baut das Unternehmen in Elmshorn das Vermächtnis von Rolf Wiebold aus - unter der Regie seines Sohnes Walter. Die Karriere von Rolf Wiebold als Meister im Pralinenfach begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer Lehre in der Produktion von Trüffelpralinen. In den frühen Anfängen wurden die Produkte der Wiebold Confiserie in der Küche von Rolf Wiebolds Wohnhaus in der Nähe der norddeutschen Stadt Segeberg gefertigt. Sein Talent machte es bald erforderlich, dass das Unternehmen in größere Räumlichkeiten in Hamburg-Halstenbek umziehen musste. Der fortgesetzte Erfolg ermöglichte es Rolf Wiebold 1976, den Ingwer- und Schokoladen-hersteller Langenbeck zu übernehmen und somit die Produktpalette des Unternehmens um Ingwer- und Marzipan-Spezialitäten zu erweitern. Zwei Jahre später richtete das Unternehmen unter dem Namen Chocon einen Vertriebszweig ein für die Belieferung von Einzelhändlern in der Umgebung. 1985 verstarb Rolf Wiebold völlig unerwartet im Alter von 51 Jahren. Die Nachfolge fiel seinem Sohn zu, Walter, der glücklicherweise gut darauf vorbereitet war, das Erbe seines Vaters anzutreten. Er war nicht nur im Unternehmen seiner Eltern ausgebildet worden, sondern hatte auch wertvolle Confiserie-Erfahrungen an anderen Orten sammeln können: er war für berühmte Marzipan-Unternehmen [in] Lübeck tätig sowie für andere große Schokoladen-Unternehmen in Belgien. Darüber hinaus hatte Walter Gelegenheit gehabt, Kakaoplantagen in Brasilien zu besuchen, was ihm unschätzbare "Herkunfts-"Erfahrungen verschafft hatte. Trotz der Tragödie war das Unternehmen in guten Händen. Walter Wiebold begann sich einen Namen zu machen, indem er die Marka Krokant GmbH übernahm und sie mit der Distributionstochter Chocon Goslar verschmolz. 1992 nahm die Wiebold Confiserie den Bau einer neuen Produktionsstätte vor den Toren Hamburgs in Elmshorn in Angriff. Der Umzug ermöglichte es dem Unternehmen, den Absatz ins Ausland zu steigern, auch in die Vereinigten Staaten. Die Jahrtausendwende brachte weitere Expansion mit sich: 2003 eröffnete Wiebold eine Verkaufsstelle in New York City und nahm an der ALL CANDY EXPO der National Confectioners Association in Chicago teil. 2003 und 2004 versetzte die enorme Nachfrage nach Produkten der Wiebold Confiserie das Unternehmen in die Lage, eine neue Produktionsstraße für bis zu zehn Millionen Trüffelpralinen pro Monat zu errichten. Eine neue Verpackungsstraße mit einer Kapazität von 30.000 Packungen pro Tag half die neuen Produktionsmöglichkeiten optimal zu nutzen. Bildunterschrift Seite 36 unten links: Im vergangenen Jahr hat die Wiebold Confiserie ein neues Hauptgebäude mit 1.000 m² Fläche eröffnet. Als Besonderheit befindet sich darin ein Labor zur Durchführung von Qualitätskontrollen und zur Entwicklung neuer Produkte. Bildunterschrift Seite 36 oben rechts: An der Eröffnung des neuen Hauptgebäudes der Wiebold Confiserie hat neben dem Unternehmenseigentümer Walter Wiebold der Amerikanische Generalkonsul in Hamburg, Duane C. Butcher (rechts) teilgenommen. Im vergangenen Jahr weihte das Unternehmen im Zusammenhang mit seinem 40-jährigen Jubiläum ein neues Hauptgebäude ein - ein dreistöckiger Bau mit 1.000 m² Fläche, eine Investition von drei Millionen Euro. Außer Büros für die Verwaltung beherbergt das neue Hauptgebäude auch ein Labor für Forschung und Entwicklung, in dem Tests zur Qualitätssicherung durchgeführt und neue Produkte kreiert werden. An der Eröffnungszeremonie nahm auch der amerikanische Generalkonsul in Hamburg teil, Duane C. Butcher. Die Kombination von Automatisierung und neuen Technologien mit Elementen traditioneller Handarbeit und strikter Einhaltung hoher Qualitätsvorschriften hat Wiebold die Anerkennung der Verbraucher eingetragen für Premium-Pralinen, die preiswert sind.
Heute produziert das Unternehmen ca. 40 Tonnen täglich, verwendet Barry Callebaut Schokoladenkuvertüren und andere Zutaten von höchster Qualität, einschließlich Marzipan aus Lübeck. Etwa 160 Mitarbeiter sind in drei Schichten tätig, es gibt saisonale Schwerpunkte mit 120 zusätzlichen Saisonkräften. Interessanterweise wurde es gerade im Jubiläumsjahr erforderlich, 40 weitere Kräfte einzustellen. Teil der Unternehmensstrategie ist es, die Mitarbeiter positiv zu führen und dabei Prinzipien zu befolgen wie "Die Fünf-Finger-Hygiene-Regeln" oder "Die fünf Prinzipien für Manager". Auch die sechs Qualitätsprinzipien werden strikt eingehalten (siehe Kasten).
Die Qualitätsprinzipien der Wiebold Confiserie
Fünfzig Prozent der Produkte der Wiebold Confiserie werden exportiert, hauptsächlich ins Vereinigte Königreich und andere Länder Europas. Das Unternehmen betreibt auch ausgedehntes Geschäft in Deutschland, wo es allein mehrere Tausend Kunden hat. Hier wie auch im Exportgeschäft wird großes Gewicht auf Handelsmarken (private label) gelegt. Darüber hinaus werden Süßwaren-Einzelhändler mit Spezialitäten beliefert.
Alles in allem bleibt die Wiebold Confiserie ihrem Gründer treu. Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung ist das Unternehmen zu einem der Marktführer in diesem Segment geworden. Es stellt 60 Sorten Trüffelpralinen ohne Alkohol und 200 mit Alkohol her, alles zum Teil in Handarbeit. Die neueste, vier Millionen Euro teure Trüffelpralinen-Straße, geliefert von Chocotech, wurde in nur vier Wochen aufgestellt. Pro Tag erreicht ihre Produktionskapazität eine Million Stück, das sind 13 Tonnen oder 65.000 Packungen zu je 200 g. Bildunterschrift Seite 38 unten links: Trüffelverkostung in der Wiebold Confiserie. Bildunterschrift Seite 38 oben rechts: 1968 wurden die ersten Trüffelpralinen der Wiebold Confiserie in Kindertellern wie diesem gemacht, den der Eigentümer des Unternehmens, Walter R. Wiebold hier zeigt. Das Unternehmen ist auf äußerste Frische bedacht, wobei nur die besten Zutaten verwendet werden sowie attraktive, umweltfreundliche Verpackungen. Beutel und Kartons haben eine transparente Abdeckung von ausgesuchter Qualität, Trüffelpralinen sind auch lose erhältlich. Saisonartikel runden das Sortiment ab; hier gibt es 260 Sorten Trüffelpralinen-Ostereier, 260 Weihnachts-Trüffelpralinen und zwei verschiedene Adventskalender. Die Haltbarkeit der Trüffel des Unternehmens beträgt durchschnittlich sechs Monate. Vor kurzem wurde eine mehrschichtige Trüffelpraline mit vier Füllungen eingeführt. Die Kombination von Automatisierung und neuen Technologien mit Elementen traditioneller Handarbeit und strikter Einhaltung hoher Qualitätsvorschriften hat Wiebold die Anerkennung der Verbraucher eingetragen für Premium-Pralinen, die preiswert sind. Die kürzlich veröffentlichten Zahlen für 2008 weisen für den Absatz eine Spitze von 15 % auf. Um die nächsten 40 Jahre des Unternehmens einzuleiten, ist die dritte Generation der Familie Wiebold in das Unternehmen eingetreten; Sarah Wiebold ist nun Mitglied des Geschäftsleitungsteams. Auch wenn er das Unternehmen 32 Jahre lang geführt hat, wird Walter Wiebold sich nicht aus dem Geschäft zurückziehen, sondern als Geschäftsführender Gesellschafter aktiv bleiben. "Für mich ist es nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung, ich bin mit Leib und Seele dabei," sagt er. "Ich genieße es, mein Metier ,zu leben', obwohl das harte Arbeit bedeutet und nicht nur Hohe Schule, sondern gleichzeitig auch handwerkliche Leistung." Man ahnt, dass diese Hamburger/Elmshorner Tradition nicht aussterben wird.
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